Skip to navigation Skip to content

Abgeordneter sagt Unterstützung bei Biberproblematik zu

Text 1

Text 2

Paul Locherer, CDU-Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Wangen, machte sich kürzlich bereits zum zweiten Mal ein Bild der durch Biber verursachten Schäden im Hergottsried bei Gospoldshofen.

Bei einem Ortstermin mit Bürgermeister Roland Bürkle, Ortsvorsteher und Bauhofleiter Karl Mayer, Ortschaftsräten und dem betroffenen Landwirt Edgar Fähndrich sagte Locherer zu, sich weiterhin bei der Landesregierung für ein verträgliches Miteinander von Biber und landwirtschaftlicher Nutzung einzusetzen.

Dass es durch die ansteigende Population des Nagers - landesweit nach Zahlen des Naturschutzministeriums von 350 Bibern 2004 auf ca. 2.500 im Jahr 2012 - zu erheblichen Problemen kommen kann, zeigte Edgar Fähndrich beim Hergottsried: Durch Biberdämme überflutete und durch Biberbauten mit tiefen Löchern durchsetzte Wiesen, überlaufende Entwässerungsgräben, abgestorbene Bäume. Wiesenflächen kann Fähndrich dadurch nicht mehr bewirtschaften, er musste dieses Jahr sogar ein ganzes Waldstück abholzen.

Gemeinsam mit dem Regierungspräsidium Tübingen wurden für das Hergottsried bereits Maßnahmen erarbeitet, um die Probleme mit dem streng geschützten Biber in den Griff zu bekommen. Dazu zählt beispielsweise, dass der Bauhof regelmäßig Dämme beseitigen darf. Bauhofleiter Karl Mayer machte beim Ortstermin aber deutlich, dass dies nahezu keine Wirkung zeigt: „Innerhalb von zwei Tagen haben die Biber das Wasser wieder angestaut.“ Bürgermeister Roland Bürkle wies auf die dadurch auch für die Stadt entstehende finanzielle Belastung hin: „Wenn ich alle zwei Tage zwei Mitarbeiter des Bauhofs ins Hergottsried schicken muss, um dann von Hand die Entwässerungsgräben von den Biberdämmen zu befreien, weil das aufgrund des nassen Bodens mit Maschinen gar nicht mehr möglich ist, summieren sich die Personalkosten ganz schnell.“

Angesichts der Probleme, die im Herrgottsried deutlich zu Tage treten, sieht Locherer jetzt die Landesregierung und die nachgeordneten Behörden am Zug, ein wirksameres Bibermanagement umzusetzen. Zusätzlich hält es der CDU-Politiker auch für notwendig einen sogenannten Biberfonds einzurichten, mit dem aus Landesmitteln Entschädigungen an betroffene Landwirte und Gemeinden gezahlt werden könnten. Als Vorbild nannte Locherer das Bibermanagement des Landkreises Ansbach in Bayern, den er gemeinsam mit dem Arbeitskreis ländlicher Raum und Verbraucherschutz kürzlich besucht hatte. Positiver Effekt eines behördlich gesteuerten und verträglicheren Miteinanders von Biber und Landwirtschaft könnte laut Locherer auch die höhere Bereitschaft von Landwirten sein, Flächen mit dem Land zu tauschen, um dem Biber dort, wo er sich wohlfühlt, Raum zu geben.

Neben der Biberproblematik im Herrgottsried informierte Bürgermeister Roland Bürkle den Landtagsabgeordneten zudem über den geplanten Neubau des Hallenbads in Bad Wurzach und bat um Unterstützung im Landtag.

Auch die Ortsdurchfahrt Rohrbach war ein weiteres Thema des Abgeordnetenbesuchs. Locherer machte deutlich, dass er die Stadt bei deren Realisierung sehr gerne unterstützen würde. „Dazu bräuchten wir aber zunächst eine Planung durch das Straßenbauamt. Bis dahin kann ich leider nichts voranbringen.“, so Paul Locherer. Diese fehle derzeit noch, wie Bürkle berichtete, man sei aber im Gespräch mit dem Regierungspräsidium.