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Konrad Sonntag ist neuer Jugendbeauftragter der Stadt Bad Wurzach

Neuer Jugendarbeiter der Stadt Bad Wurzach: Konrad Sonntag

Die Stadt Bad Wurzach hat wieder einen Jugendbeauftragten. Der 48-jährige Konrad Sonntag aus Rot an der Rot/Haslach hat die Stelle am 2. September neu angetreten.

Der ausgebildete Arbeitserzieher/Arbeitstherapeut sieht seine ersten Aufgaben in Bad Wurzach vor allem darin, den Jugendraum im Ziegelwiesenweg zu aktivieren und mit den Jugendlichen und weiteren Akteuren der Jugendarbeit in Kontakt zu kommen. Sonntag ist verheiratet und hat zwei Kinder. Privat wichtig sind ihm seine Familie, seine Tiere und Aktivitäten in der Natur.
Einen Überblick über die Prioritäten und Vorstellungen in der Jugendarbeit in Bad Wurzach gibt Konrad Sonntag im nachfolgenden Interview.

Herr Sonntag, sie haben am 01.09.2013 die Stelle als Jugendbeauftragter der Stadt Bad Wurzach angetreten. Welche Aufgaben werden sie als erstes wahrnehmen?

Die größte Priorität zu Beginn ist für mich das Gespräch und die Kommunikation mit den Menschen der Stadt und den Teilgemeinden, mit denen ich zusammenwirken werde. Ich möchte dadurch Vertrauen und Nähe herstellen, um langfristig gut und fruchtbar mit allen Beteiligten zusammen zu arbeiten. Als Beispiele kann ich hier den Stadtrat, die Ortschaften, Verwaltung, Schulen, Schulsozialarbeiter, Vereine, Elternvertretungen, und natürlich am wichtigsten die Jugendlichen nennen.

Worin sehen sie die Schwerpunkte in ihrer neuen Tätigkeit?

Als Basissäulen nenne ich hier die großen Teilbereiche: Aktivieren und zugänglich machen des Jugendraumes in der Ziegelwiese, Aktivitätsverzahnung der verschiedenen Vereine der Stadt und der Teilgemeinden mithilfe eines neuen Gremiums, das ich zeitnah zusammenstellen werde, sowie die Erfassung der momentan wichtigsten Probleme der Jugendlichen oder auch Eltern in Form von Gesprächen oder Diskussionen im Jugendraum oder auf der Straße. Bei Aktivitäten oder Events die vom Jugendtreff ausgehen, werde ich die Bad Wurzacher Jugendlichen möglichst selbstständig planen und gestalten lassen. Sei es bei der Gestaltung des „Outfits“ vom Jugendraum oder bei der Initiierung von Aktivitäten im Jugendbereich. Hierbei ist es mir sehr wichtig den jungen Menschen nicht etwas aufzudrücken, sondern deren Ideen und Wünsche aufzunehmen und in Kooperation das Machbare umzusetzen. Leider sind Werte, die auf Menschlichkeit zielen, heute in den Hintergrund gerückt. Ich möchte daran arbeiten, Jung und Alt dazu zu sensibilisieren wieder mehr miteinander zu reden, gemeinsam zu lachen, sich auf der Straße zu grüßen, sich gegenseitig zu achten und sich allgemein zu unterstützen. Jeder Mensch braucht persönliche Anerkennung und Akzeptanz durch sein soziales Umfeld. Nur daraus kann sich ein positives Selbstkonzept entwickeln.

Welche Erfahrungen bringen sie für Ihre Aufgabe mit?

Meine sozialen Erfahrungen mit Menschen begannen in meiner Jugend auf dem elterlichen Bauernhof. Damals mussten wir sehr früh lernen, verantwortlich und sozial miteinander umzugehen. Nicht nur zu nehmen, sondern auch zu geben. Alles was erreicht wurde hatte Gemeinsamkeit. Im Handwerk habe ich den Beruf des Elektroinstallateurs gelernt. In meiner ca. 25-jährigen beruflichen Zeit in der papierverarbeitenden Industrie habe ich mich zum Elektromeister weitergebildet und viele Jahre als Elektromeister und Ausbilder für Elektroniker gearbeitet. Gesundheitsbedingt habe ich mich zu einer Umschulung entschieden. Da ich sehr gerne mit Menschen arbeite, absolvierte ich die letzten 2 Jahre erfolgreich eine Ausbildung zum Arbeitserzieher/Arbeitstherapeut in Wilhelmsdorf. In dieser Zeit habe ich auch Praktikas in verschiedenen Jugendeinrichtungen absolviert. Die dortige Arbeit mit den jungen Menschen hat mich in meinem Gefühl bestärkt richtig gehandelt zu haben. Mit meiner Lebenserfahrung, sei es beruflich oder privat, kann ich aus einem großen Repertoire an Erlebtem und Erreichtem, aber auch aus Misserfolgen und Tiefschlägen schöpfen, und diese Erfahrungen und das damit verbundene Wissen den Jugendlichen verfügbar machen.

Was reizt sie an der Arbeit mit jungen Menschen?

Junge Menschen sind „lebendig“. Heute sagt man: „die haben Power“. Sie haben große Träume und Wünsche, aber auch Sorgen und Probleme - sei es finanziell, familiär, schulisch, sozial oder gesundheitlich. Die Anforderungen in der Schule und Beruf werden durch unsere zunehmende Industrialisierung immer höher. Das bringt zu manchen Kindern den gefühlten Leistungsdruck teilweise bis ins Vorschulalter herab. Wir schätzen die lebensnotwendige Basis unserer Gesellschaft nicht mehr. Den jungen Menschen die Wichtigkeit aller Berufsbereiche zu vermitteln ist mir ein großes Anliegen. Bei den Ameisen stirbt der ganze Staat, sobald auch nur ein Teil ihres Volkes versagt. Dies ist auch auf uns übertragbar. Der Krankenpfleger ist so wichtig wie ein Bachelor oder Master der Physik. Und deswegen hat es für mich einen sehr hohen Stellenwert, mit den jungen Menschen zu sprechen, mir ihre Sorgen und Probleme anzuhören und darüber nachzudenken wie es positiv weitergehen kann. Manchmal kann man mit ganz einfachen Mitteln, und seien es nur Worte, sehr viel bewegen. Dies spornt mich an und gibt mir Kraft und Freude an der Arbeit mit den jungen Leuten.

Wo findet man sie?

Entweder im Jugendraum im Ziegelwiesenweg 2 zu den unten stehenden Öffnungszeiten oder über die unten genannten Kontaktwege.

Werden sie auch auf die Jugendlichen zugehen und sie auf der Straße oder an ihren Treffpunkten aufsuchen?

„Street Walking“ werde ich als sehr wichtigen Bestandteil meiner Arbeit nutzen. Hier findet vielfältige Kommunikation im offenen Raum statt. Dass dabei oft nicht alles so abläuft wie wir Erwachsene es uns wünschen, wird auch zentrales Thema bei Diskussionen und Gesprächen an bestimmten Plätzen der Stadt sein. An dieser Stelle möchte ich auch betonen, dass für mich Jugendliche Jugendliche sind. Mir ist unwichtig, wer welche Abstammung, Religion oder Sprachherkunft hat. Ich möchte mit den Menschen und nicht mit Trägern von „Rollen“ arbeiten.

Kontaktdaten des Jugendbeauftragten der Stadt Bad Wurzach:

Konrad Sonntag
Jugendbeauftragter der Stadt Bad Wurzach
Telefon: 07564 9498946
Telefax: 07564 9498964
Mobil: 0175 9370970
E-Mail: konrad.sonntag@remove-this.bad-wurzach.de
Persönlich erreichbar im Jugendraum, Ziegelwiesenweg 2, Bad Wurzach zu den unten genannten Öffnungszeiten oder nach vorheriger Vereinbarung

Öffnungszeiten Jugendraum:
Dienstag: 14:00 bis 18:00 Uhr
Mittwoch: 17:00 bis 20:00 Uhr
Freitag: 16:00 bis 22:00 Uhr
Zusätzlich auch bei geplanten Events oder Gesprächsterminen