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Das Wurzacher Schloss von 1940 bis 1945

Ein ganz besonderes Kapitel in der neueren Geschichte der Stadt Bad Wurzach stellt die Zeit zwischen 1940 und 1945 dar. Denn das Bad Wurzacher Schloss, 1723-1728 und 1750 im Auftrag des Hauses Waldburg-Zeil-Wurzach errichtet und ab 1924 von den Salvatorianern als Internat und Lateinschule betrieben, wurde nach seiner erzwungenen Schließung in den Kriegsjahren 1940-1945 Teil des NS-Lagersystems. 1940 bis 1942 diente es zunächst als Kriegsgefangenenlager für französische Offiziere, ab Ende 1942 als Internierungslager für mehr als 600 Männer, Frauen und Kinder von der britischen Kanalinsel Jersey und im Winter 1944/45 schließlich als Zwischenstation für rund 70 niederländische Juden aus dem Konzentrationslager Bergen-Belsen.

Die Historikerin Gisela Rothenhäusler, langjährige Lehrerin am Salvatorkolleg Bad Wurzach, hat es sich in einer breit angelegten Untersuchung zur Aufgabe gemacht, diese kurze, aber wechselvolle Zeitspanne in der Geschichte des Bad Wurzacher Schlosses aufzuarbeiten. Herausgekommen ist dabei das Buch "Das Wurzacher Schloss 1940 bis 1945".


Das Buch wurde anlässlich des 70. Jahrestages der Deportation 2012 auch in englische Sprache übersetzt und unter dem Titel "Reaching across the Barbed Wire" ebenfalls veröffentlicht.

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Beide Bücher können über die Stadtverwaltung Bad Wurzach bezogen werden. Die Kontaktdaten finden Sie in der rechten Spalte. Im Mittelpunkt des Interesses der Autorin stehen dabei stets Schicksal und Alltag der hinter Stacheldraht festgehaltenen Menschen. Basierend auf einer Fülle von Akten und persönlichen Dokumenten sowie Gesprächen mit Betroffenen, entfaltet sich das spannungsreiche, aber auch von positiven persönlichen Erfahrungen geprägte Nebeneinander des Lagers im Schloss, der Bürger in der Kleinstadt Wurzach und des "Wehrertüchtigungslagers" im Schlosspark.

Zugleich verankert die Autorin die Lagergeschehnisse auf dem Hintergrund des Kriegsgeschehens der NS-Zeit und macht deutlich, dass Entscheidungen über das Lager immer wieder in den höchsten Ebenen der Wehrmacht und des NS-Staates getroffen wurden - ein Stück Lokalgeschichte als Spiegel der großen Politik.

Das Buch wurde 2008 mit dem Baden-Württembergischen Landespreis für Heimatforschung ausgezeichnet.

Trotz oder gerade aufgrund der belasteten Geschichte zwischen Bad Wurzach und Jersey ergab sich 2002 als sichtbares Zeichen der Versöhnung eine Städtepartnerschaft mit der Inselhauptstadt St. Helier.

2012 besuchte zum wiederholten Mal eine größere Gruppe ehemaliger Internierter aus Jersey Bad Wurzach um dem 70. Jahrestag der Deportation aus Jersey nach Bad Wurzach zu gedenken. Hierbei wurde auch eine von Schülern des Salvatorkollegs und finnischen Gastschülern im Rahmen eines COMENIUS-Projektes entworfene Gedenktafel enthüllt, die jetzt im Vorhof des Schlosses steht und an dessen wechselvolle Geschichte in der Zeit des Nationalsozialismus erinnert.