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Eintürnen

Beschreibung und Geschichte

Eintürnen liegt an der südlichen Gemeindegrenze Richtung Wolfegg. Auf der Gemarkung befinden sich große Landschafts- und Naturschutzgebiete. Unter anderem mit dem Rohrsee, die größte Möwenbrutstätte Europas. Die Pfarrkirche in Eintürnenberg blickt auf eine 1000-jährige Geschichte zurück. Mehrere Naturseen in der direkten Umgebung ermöglichen Baden und Angeln. 30 km Wanderwege laden zu Wanderungen ein. Eine Busverbindung besteht nach Bad Wurzach und Ravensburg.

Grabungsergebnisse anlässlich der Kirchenrenovation 1967 lassen eine Ansiedelung von Eintürnen bereits in keltischer Zeit um ca. 250 n. Chr. vermuten. Aus ersten Urkunden lässt sich schließen, dass die Gegend bereits um das Jahr 800 von den Alemannen durch Rodung erschlossen wurde. Das Zentrum lag dabei in Eintürnen.
Wer die Geschichte Eintürnens bis zu den Anfängen verfolgen will, stößt auf Schwierigkeiten. Die ersten Siedler, die mit einfachen Äxten die urwaldähnliche Gegend mit den Mischwäldern von Buchen- und Eichenbeständen (keine Tannen) rodeten, ihre ersten Häuser bauten, das gerodete Land unter Pflug nahmen, Lattenzäune als Schutz gegen das Wild um die Siedlung, die Äcker und um die Waldweide des Viehs errichteten, hatten Wichtigeres zu tun, als ihre Taten festzuhalten, und mussten zunächst ihre Existenz sichern.
Damit kann man annehmen, dass die Gründung Eintürnens in eine Zeit fällt, als die Häuser aus Holz gebaut und mit Stroh gedeckt, die Fensteröffnungen bei Nacht und Unwetter mit Läden oder mit Tuch (nicht mit Glas) verschlossen wurden,

die Stuben weder heizbar noch gediehlt waren, als Rauch im Sommer durch das Tor und im Winter durch das "Eulenloch" abzog, als zumindest auf dem Herrenhof (Hofanwesen mit Verwaltung der Herrschaft)zu den Haustieren außer Rind und Pferd, Schwein und Ziege, Hund und Katze auch Wisente mit Gehege, gezähmte Hirsche, die auf Wildschweinjagd abgerichtet waren, ja manchmal sogar Bär und Gemsbock zählten, als eine Kuh einen Schilling kostete, als für das Einschlagen eines Menschenschädels, wenn das Gehirn erschien, zwölf Schilling Buße, für einfachen Schädelbruch dagegen nur drei Schillinge und für einen gewaltsam abgeschnittenen Bart sechs Schillinge zu bezahlen waren und als in der Gegend noch mancher heidnische Brauch gepflegt wurde.

Kurz gesagt, die Geburtsstunde Eintürnens dürfte um die Zeit Karls des Großen 800 n.Chr. (Gründung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation) zu suchen sein.
Im Jahr 956 wird Eintürnen in einer St. Galler Urkunde (Stiftsarchiv in St. Gallen) mit einem Heiligtum (Bonifatiusaltar) erstmals urkundlich erwähnt. Ein Bauer von Brunnen, das auch zum St. Galler Herrschaftsbereich in Kißlegg gehörte, zahlte 1 Denar Zins jährlich (1 Denar=1 Pfennig) an den Bonifatiusaltar von Eintürnenberg. Zum Dorf Eintürnen gehören alle Gemeindeteile mit Ausnahme von Eintürnenberg mit Klaren und das vordere Greut (heutige Markung Eintürnenberg). Diese beiden Orte stehen im Kißlegger Herrschaftsbereich des Klosters St. Gallen.