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Gospoldshofen

Beschreibung und Geschichte

Zu der Ortschaft Gospoldshofen gehören die Teilorte Albers, Wiesen (nördöstlich von Bad Wurzach) und Gospoldshofen, Bauhofen und Truschwende südlich der Kernstadt. Auf der Gemarkung liegt das 75 Hektar große Landschaftsschutzgebiet Herrgotts-Ried sowie ein interessanter Rad- und Wanderwege mit einer Länge von 25 km und herrlichem Blick auf die Alpenkette. Sehenswert ist das Käsereimuseum und die Schaukäserei mit Vesperstube und Einkaufsmöglichkeiten.

Erstes schriftliches Zeugnis, in dem der Name Gospoldshofen erwähnt ist, ist eine Urkunde, die am 20. April 1128 in lateinischer Sprache ausgefertigt wurde. In der deutschen Übersetzung lautet ihr Text: "Durch das Wort des Herrn sind die Himmel entstanden". Heinrich, Herzog der Noriker, hat auf Bitten seines Dienstmannes Hermann Gott und dem Hl. Georg seinen halben Besitz und eine Mühle in Gozboldishoven übergeben. 1611 wird der Ort Gospoldshofen, der bisher zur Pfarrei Reichenhofen gehörte, nach Seibranz eingepfarrt. Das Gebiet Gospoldshofen gehörte bis zum Jahre 1823 zur Stadtgemeinde Wurzach. Als die Grafschaft Zeil im Jahre 1675 geteilt wurde, fiel der Bezirk mit seinen zahlreichen Weilern an die Herrschaft Wurzach. Nach dem Übergang ins Königreich Württemberg 1806 verblieben diese Orte im Verwaltungsverband der Stadtgemeinde Wurzach, erhielten aber in der Folge

eine gewisse Selbstverwaltung, indem fünf Unterschultheißen in Albers, Wiesen, Truschwende, Bauhofen und Gospoldshofen die Landgemeinden vertraten. Trotzdem machte sich bald Unzufriedenheit mit dieser Verwaltungseinheit bei der bäuerlichen Bevölkerung breit. Vermutlich waren die Bauern bei den zahlreichen Belastungen während und nach den Befreiungskriegen verstärkt zu Vorspanndiensten für militärische Zwecke herangezogen worden. Die Landgemeinden wollten nicht mehr mit der Stadt zusammenarbeiten.

So führten die Gesuche um Abtrennung schließlich am 23. Juni 1823 zum Erfolg. Das Territorium der nunmehrigen Gemeinde, die ihren Namen von dem Ortsteil Gospoldshofen herleitet, wird durch die Gemarkung Wurzach in eine nördliche und eine südliche Hälfte geteilt. Gospoldshofen hatte kein eigenes Rathaus.
Im Jahre 1909 erwarb die Gemeinde einen Bauplatz beim Hotel Rößle in Wurzach und erstellt dort auf diesem für die weit zerstreuten Gemeindeteile zentralen Ort ein sehr hübsches Rathaus im Stil der damaligen Zeit, das heute noch besteht und als Ortschaftsverwaltung genutzt wird.