St. Helier | Stadt Bad Wurzach

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          St. Helier

          St. Helier

          Jersey? Wo liegt Jersey? Eine oft gestellte Frage! St. Helier ist die Hauptstadt von Jersey. Mehr als 2.000 Bewohner der Kanalinsel wurden von den deutschen Besatzern 1940 nach Deutschland deportiert. Hier liegt auch der Ursprung der Städtepartnerschaft zwischen Bad Wurzach und St. Helier. Denn ein Teil der Deportierten war im Wurzacher Schloss interniert.

          Dieses kleine Kapitel europäischer Geschichte ist in dem Buch "Das Wurzacher Schloss 1940 bis 1945" von Gisela Rothenhäusler aufgearbeitet, das auch unter dem Titel "Reaching across the Barbed Wire" in englischer Sprache verfügbar ist. Hier finden Sie weitere Informationen zu den Büchern, die Sie beide auch bei der Stadtverwaltung Bad Wurzach bestellen können.

          Ca. 150 km von der englischen und ca. 25 km von der französischen Küste entfernt im Ärmelkanal ist Jersey die größte der Kanalinseln. Der Normanne Wilhelm der Eroberer errang 1066 in der Schlacht von Hastings die englische Krone und die Insel stand nunmehr unter anglo-normannischer Herrschaft. Als 1204 King John die Normandie verlor, entschieden sich die Insulaner für die englische Krone, gegen zahlreiche Privilegien, die bis in die heutige Zeit hineinreichen.

          1470 wurden zwei Amtsbezirke geschaffen, Jersey und Guernsey, wobei die anderen Kanalinseln Herm, Sark und Alderney verwaltungstechnisch zu Guernsey gehören. Das ist bis heute so geblieben. Die Kanalinseln stellen politisch eine Besonderheit dar. Sie besitzen weitgehend Autonomie, haben ihr eigenes Parlament, ihre eigenen Gesetze, Geld und Briefmarken. Mit Großbritannien haben sie aber ein gemeinsames Staatsoberhaupt und werden auch in Fragen der Außen- und Verteidigungspolitik durch Großbritannien vertreten. 1940 wurden die Inseln durch deutsche Truppen besetzt und erst am 9. Mai 1945 ohne Gefechtshandlungen befreit. Noch heute zeugen viele Bunkeranlagen, Geschützstellungen und Abwehrwälle von der wahnsinnigen Idee der Deutschen, die Kanalinseln in ihren Atlantikwall zu integrieren. Einige Relikte sind heute zu Museen umfunktioniert und informieren ausführlich über die Besatzungszeit.

          Info

          Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage der Gemeinde St. Helier sowie auf der offiziellenHomepage von Jersey

          Veranstaltungen und Aktivitäten 2026

          Gemeinsames Schulprojekt Victoria College (St. Helier) und Salvatorkolleg Bad Wurzach

          Veranstaltungen und Aktivitäten 2025

          • 28. April 2025: Gedenkfeier an die Befreiung des Internierungslagers und an das Kriegsende in Wurzach vor 80 Jahren (bei der Kriegsgräberanlage auf dem Wurzacher Friedhof)
          • 3. - 10. Mai 2025: Besuch einer Delegation aus Bad Wurzach zum Liberation Day (80. Jahrestag der Befreiung Jerseys von deutscher Besatzung)
          • 8. - 12. Juli 2025: Besuch einer Delegation aus Jersey (darunter noch ehemalige Internierte) in Bad Wurzach zum Heilig-Blut-Fest und zur Erinnerung an den 80. Jahrestag der Befreiung des Internierungslagers im Wurzacher Schloss

          Partnerschaftskomitee und Ansprechpartner

          Komiteevorsitzende
          Gisela Rothenhäusler
          Bachtelweg 11
          88410 Bad Wurzach
          Telefonnummer: 07564 3626
          E-Mail schreiben

          Komiteemitglieder
          Christel Baier
          Dagmar Fimpel
          Christine König
          Simone Menig

          Ansprechpartnerin in St. Helier
          Lola Garvin
          E-Mail schreiben
           

          Weitere Informationen auf der Homepage des Partnerschaftsvereins von St. Helier.

          Entwicklung der Partnerschaft

          Jersey - wie alles begann ... Die Kanalinseln waren von Juni 1940 bis Mai 1945 von der deutschen Wehrmacht besetzt und wurden zum Nordwall gegen England ausgebaut. Zahlreiche Bunkeranlagen und ein riesiges Untergrundhospital zeugen noch heute von dieser unrühmlichen Vergangenheit. Kampfhandlungen fanden kaum statt. Im September 1941 wurden im damaligen Persien etwa 500 dort beschäftigte Deutsche von den Allierten gefasst und später interniert. Daraufhin befahl Adolf Hitler am 20. Oktober 1941 die sofortige Deportation von 5000 Prominenten der Kanalinseln. Weder das deutsche Außenministerium, noch das deutsche Heer waren darüber glücklich und versuchten die Sache in der Schwebe zu halten. Durch Nachfragen des Schweizer DRK über Gefangenenaustausche, bekam Hitler Wind von der „Untätigkeit“ seiner Behörden und veranlasste den Vollzug. Am 15. September 1942 wurde die Anordnung zur Deportation von Feldkommandant Knackfuß ausgegeben. Betroffen waren alle Familien mit Eltern, die in England geboren wurden.

          Am 16. September 1942 verließ das erste Schiff die Insel. Bis zum 29. September wurden etwa 2190 Inselbewohner nach Deutschland transportiert. Am 31. Oktober 1942 erreichten die ersten Internierten aus Jersey Wurzach, insgesamt wurden es dann 618. Familien und Einzelpersonen aus Guernsey kamen nach Biberach oder Laufen/Bayern (bei Salzburg), sowie Kreuzberg (bei Breslau).
          Am 28.April 1945 wurden die hier im Schloss Internierten Jerseyaner von französischen Truppen (meist Morokkaner) befreit und Wurzach besetzt!

          Großen Anteil an den Kontakten zu Jersey hat zweifellos Karl Fimpel, der immer Gespräche suchte zu Leuten mit ausländischen Autokennzeichen, die neben seinem Haus, im „Rössle“, abstiegen. Unter seiner Mithilfe und mit Unterstützung des damaligen

          Bürgermeisters Hirth kam dann eine Delegation ehemaliger Internierter der Kanalinsel Jersey unter Leitung von Michael Gabb 1970 anlässlich der 25. Wiederkehr ihrer Befreiung nach Bad Wurzach.

          1972 ließ Bürgermeister Hirth in der Schule anfragen, ob jemand sich bereit fände, in den Sommerferien eine Schülergruppe nach Jersey zu begleiten. Hermann Bilgeri meldete sich und seit diesem Zeitpunkt ist er mit Jersey fast ununterbrochen verbunden.

          1973 kam eine offizielle Delegation aus Jersey zur 700 – Jahrfeier der Stadt Bad Wurzach.

          Die Hoffnungen auf eine Städtepartnerschaft zerschlugen sich aber bald. Von 1972 bis 1981 folgten zehn Schüleraustausche in den Sommerferien (2½ Wochen in Jersey und 2½ Wochen in Bad Wurzach). Organisiert wurde der Austausch auf Jerseyseite von der Ex-Internees-Association, unter ihrem Präsidenten Bob Samson und ihrer Sekretärin Doreen Hitchcock. 1981 endete der Austausch mit Jersey, 1984 organisierte H. Bilgeri nochmals einen kleineren Austausch nach Jersey mit Jugendlichen und seiner Familie.

          Seit der „austauschfreien Zeit“ erhielt seine Familie fast jährlich einen Feriengast aus Jersey (ca. 15 Mal).

          Vom 2. bis 12. Juli 1993 kam eine offizielle Delegation mit ehemaligen Internierten aus Jersey unter Leitung von Constable Robert Le Brocq nach Bad Wurzach. Ein Jahr zuvor, anlässlich des 50. Jahrestages ihrer Deportierung nach Deutschland, wurde der damalige Bürgermeister Morczinietz zu einer Ausstellung zu diesem Thema eingeladen. Die Internierten brachten Exponate für eine Ausstellung in Bad Wurzach mit.

          Alle weiteren Bemühungen zur Gründung einer Städtepartnerschaft durch Bürgermeister Morczinietz scheitern.

          Im Juli 2002 konnte dann die überraschende Partnerschaft mit St. Helier abgeschlossen werden. Es folgte der Neuaufbau des Komitees Jersey unter Vorsitz von Hermann Bilgeri mit vielen neuen Mitgliedern.

          Inseln:

          • Jersey, Guernsey, Herm, Sark, Alderney
          • Amtssprache  
            Englisch; Französisch wird fast überall verstanden
          • Währung
            britische Pfund; Jersey und Guernsey geben eigene Pfundnoten heraus, sind aber nur auf den Kanalinseln gültig
          • Zeit
            MEZ -1 Std.
          • Einwohner
            gesamt ca. 160.000
          • Klima
            mediterran mild, ganzjährig angenehme Temperaturen (9-20°C), Niederschläge (880 mm), ca. 2000 Sonnenstunden im Jahr
          • Gezeiten
            bis 14 Meter Tidenhub !!
          • Wirtschaft
            60 % des Haushaltes erwirtschaftet die Finanzindustrie
            Die Kanalinseln gelten als Steueroase und lassen Gelder aus ganz Europa einfließen.
            20 % Tourismus, Export von Schnittblumen, Milchwirtschaft

          Jersey:

          • Fläche
            116 km²
          • Ausdehnung
            Ost-West 16 km, Nord-Süd 8 km
          • Bevölkerung
            ca. 98.000
          • Hauptstadt
            St. Helier, ca. 35 000 Einwohner

          Guernsey:

          • Fläche
            65 km²
          • Bevölkerung
            ca. 65.000
          • Hauptstadt
            St. Peter Port